Buchbesprechung, Kultur und Rezensionen, Theorie und Geschichte

Klassenpolitischer Kern

Entsteht eine »Arbeiterbewegung von rechts«? Der Soziologe Klaus Dörre liefert eine differenzierte Analyse und plädiert für mehr Radikalität

von Daniel Behruzi

Nicht nur das Parteienspektrum ist in weiten Teilen nach rechts gerückt, seit die sogenannte Alternative für Deutschland (AfD) die politische Bühne betreten hat. Auch in der Linken, in Gewerkschaften und in der Wissenschaft wird seither über Ursachen und Gegenstrategien zur rechten Renaissance gestritten. Der von den Jenaer Soziologen Klaus Dörre und Karina Becker gemeinsam mit Peter Reif-Spirek von der Thüringer Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene Sammelband »Arbeiterbewegung von rechts?« bringt unterschiedliche Ansätze zum Thema zusammen, die allerdings in einem Punkt weitgehend einig sind: Ohne die soziale Frage zu thematisieren, ist das Erstarken der Neuen Rechten weder zu verstehen noch erfolgreich zu bekämpfen.

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Betrieb und Gewerkschaft, Hintergrund, Kommentar, Magazin

Seit’ an Seit’ – mit RWE

IG BCE und ver.di als Anhängsel des Konzerns und der nordrhein-westfälischen Landesregierung

Dieser Artikel erschien zuerst in der Februar-Ausgabe unseres Magazins, das du hier abonnieren kannst.

von Helmut Born, Düsseldorf

Im Vorfeld des DGB-Bundeskongresses im Mai 2018 gab es eine heftige Auseinandersetzung um einen positiven Bezug auf die Klimaschutzziele der Bundesregierung. In einem Antrag des DGB-Bundesvorstandes zur Klimapolitik, und hier besonders zur Energie- und Mobilitätspolitik, wurden die Klimaschutzziele von Paris ausdrücklich unterstützt. IG BCE und IG Metall hatten im Vorfeld des Kongresses, gegen die Stimme von ver.di, dafür gesorgt, dass diese Positionierung aus dem Antrag gestrichen wurde.

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Betrieb und Gewerkschaft, Debatte

Beteiligungsorientierung – Chancen nutzen und Risiken erkennen

Als ich im Jahre 1995 ein befristetes Arbeitsverhältnis bei der Mercedes-Benz AG begann, wurde ich mit ungefähr 20 neuen Kollegen – es waren tatsächlich nur Männer – direkt von der Vertragsunterzeichnung zum Betriebsrat geführt. Dort wurden wir über die Vorteile einer IG-Metall-Mitgliedschaft „aufgeklärt“. Tarifsicherheit und Rechtssicherheit wurden als die zentralen Leistungen der Gewerkschaft präsentiert. Als sich herausstellte, dass ich schon Mitglied war, klopfte mir der „Versicherungsvertreter“ wohlwollend auf die Schulter. Als Sozialist fand ich die Situation so bizarr, dass ich sie noch heute in Erinnerung habe.

von Peter Narog, Saarbrücken

In der ersten Ausgabe des Magazins „Lernen im Kampf“ haben wir einen Aufschlag zu einer Debatte um beteiligungsorientierte Gewerkschaftsarbeit gemacht. Peter Narog antwortet hier auf die Beiträge von Christoph Wälz und David Matrai.

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Betrieb und Gewerkschaft, Debatte, Hintergrund, Magazin, Schwerpunkt, Theorie und Geschichte

Beteiligungsorientierte Gewerkschaftsarbeit

Vom Modewort zu realer Veränderung?

Eine Zwischenbilanz der Beteiligungs­orientierung sechs Jahre nach der ersten Konferenz »Erneuerung durch Streik«

von Christoph Wälz, Berlin

Dieser Artikel erscheint in der Februar-Ausgabe unseres neuen Magazins, das du hier beziehen kannst.

Bei der Konferenz »Erneuerung durch Streik« 2013 standen »Erfahrungen mit einer aktivierenden und demokratischen Streikkultur« im Fokus. Der ver.di-Bezirk Stuttgart, der seit 2006 mit beteiligungs- und konfliktorientierten Methoden und Strategien gearbeitet hatte, inspirierte damals bundesweit. Das Beispiel ließ, so Luigi Wolf 2013, »hoffen, dass es möglich ist, auf regionaler Ebene um eine aktivierende Gewerkschaftskultur zu kämpfen«. Seitdem wurde »Beteiligungsorientierung« fast schon zum Modewort der gewerkschaftspolitischen Debatte. Selbst in der hierarchisch organisierten IG Metall wird bei Erschließungsprojekten auf Partizipation gesetzt, da die Gewerkschaft in manchen Betrieben anders kaum noch Fuß fassen kann.

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Betrieb und Gewerkschaft, Debatte, Die Linke und die Macht, Internationales

[Berlin] Gelbwesten und gewerkschaftliche Erneuerung

Einladung zur Diskussionsveranstaltung

In Frankreich hält die Bewegung der Gilets Jaunes gegen soziale Ungerechtigkeiten weiter an. Viele Gelbwesten lehnen Parteien, auch linke Parteien, und Gewerkschaften ab. Vor allem, weil sie diese als Teil eines politischen Apparates betrachten, der ihnen nichts zu bieten hat. Welche Herausforderungen stellen sich dadurch? Und überhaupt: Wie geht es weiter für die Gilets Jaunes?

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Bericht, Debatte, Die Linke und die Macht, Internationales

Frankreich: Die Bewegung der „gelben Westen“

Die Bewegung der gelben Westen ist von Autofahrern ausgegangen. Sie protestieren gegen das Ansteigen der Benzinpreise aufgrund der Erhöhung der Steuern auf Diesel.

ein Bericht von A.V., Marseille

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